Erfolgreiche Demonstration in Amberg
+++ Fast 400 Teilnehmer bei Demonstration gegen Naziaktivitäten in Amberg +++
+++ Gedenktafel zur Erinnerung an Klaus Peter Beer an Stadt überreicht +++
+++ Angriff der der örtlichen Naziszene konnte verhindert werden +++
Fast 400 Teilnehmer unterstützten eine Demonstration der ver.di Jugend in Amberg am 25. September unter dem Motto „Enough is Enough- Der Politik des Verdrängens und Ignorierens entgegentreten“. Nicht nur junge Gewerkschafter beteiligten sich an der Demonstration, die sich gegen die immer stärker werdende Naziszene in Amberg und den Umgang der Stadt Amberg mit diesem Problem richtete. Auch viele erwachsene Kolleginnen und Kollegen aus ver.di und anderen DGB Gewerkschaften schlossen sich dem dreistündigen Protestzug durch die Stadt an.
Im Vorfeld hatte die örtliche Naziszene gedroht, die Demonstration zu stören und anzugreifen. Die ver.di Jugend und die anderen Veranstalter ließen sich jedoch nicht einschüchtern und führten die Demonstration wie geplant durch. Unterstützt wurde die Gewerkschaftsjugend unter anderem durch Kolleginnen und Kollegen von IG Metall, DGB und ver.di aus Regensburg, die in einem gemeinsamen Bus angereist waren.
Ihren Auftakt fand die Demonstration am Paulanerplatz. Hier wurden Grußworte des „Nordbayerischen Bündnis gegen Rechts“ und des „Bürgerforums Gräfenberg“ verlesen. Das „Nordbayerische Bündnis“ forderte: „Das offizielle Verschweigen und Verleugnen der Existenz von menschenverachtender Politik und Ideologie sowohl durch regierungsamtliche Stellen bis hinein in das Amberger Rathaus muss aufhören.“ Auch das „Bürgerforum Gräfenberg“, das durch seinen engagierten Kampf gegen Naziaufmärsche in ganz Bayern hohes Ansehen besitzt, mahnte an, dass durch biedermännisches Wegschauen und Ignorieren den Neonazis nur der Weg bereitet werde. Nach diesen Grußworten setzte sich der Demozug in Bewegung. Eine erste Zwischenkundgebung mit einem Redebeitrag der „SJD-Die Falken“ fand vor der CSU Zentrale Amberg statt.
Im Anschluss ging es zum Vilssteg, wo die Demonstration ihren symbolischen Höhepunkt fand.
Hier wurde zuerst in einem Redebeitrag auf die Ermordung Klaus Peter Beers eingegangen. Klaus Peter Beer wurde vor 15 Jahren am Vilssteg von zwei stadtbekannten Nazis zusammengeschlagen. Anschließend warfen sie ihr bewusstloses Opfer in die Vils, wo er ertrank. Seit längerem steht die Forderung im Raum, eine Gedenktafel zur Erinnerung an Klaus Peter Beer am Vilssteg anzubringen. Nachdem dieser bisher nicht nachgekommen wurde, nahm die ver.di Jugend sich diesem Anliegen nun selbst an. Sie übergab gemeinsam mit Manfred Hellwig (Bezirksvorsitzender ver.di Oberpfalz) eine Gedenktafel an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt, verbunden mit der Aufforderung, diese entsprechend zu würdigen und ordnungsgemäß anzubringen.
Während einer anschließenden Schweigeminute zum Gedenken an Klaus Peter Beer und alle anderen Opfer faschistischer Gewalt vor und nach 1945 versuchte die örtliche Naziszene, die Kundgebung anzugreifen. Etwa 40 Nazis stürmten mit drohenden Fäusten und unter Proklamation rechter Parolen auf die Demonstration zu, konnten jedoch kurz davor von der Polizei gestoppt werden.
Leider gelang es der Polizei nicht, die Nazis festzuhalten und so kam es kurz vor einer dritten Zwischenkundgebung erneut zu Störungen aus der rechten Ecke. Im Anschluss fand in der Nähe der Nazikneipe „500“ eine weitere Zwischenkundgebung statt, in der auf die Aktivitäten der rechten Szene in den letzten Monaten eingegangen wurde. Es wurde hervorgehoben, dass die zahlreichen Konzerte im „500“ einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung der Naziszene in ganz Bayern leisten. Desweiteren wurde die Stadt aufgerufen, endlich mit antifaschistischen Jugendlichen im Kampf gegen Rechts zu kooperieren.
Danach führte der Demonstrationszug durch die Amberger Altstadt zum Marktplatz, wo die Abschlusskundgebung statt fand. Hier ging Bezirksjugendvorsitzender Stefan Dietl noch einmal auf die faschistischen Provokationen während der Mahnwache zum Gedenken an Klaus Peter Beer ein (siehe Pressemitteilung vom 8. September). Er kritisierte das Verhalten von Stadt und Polizei, da diese die Existenz einer rechten Szene in Amberg noch immer bestreiten. Außerdem forderte Dietl eine ehrliche Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit Ambergs.
„Solange sich die Politik des Verdrängens und Ignorierens der Stadt Amberg nicht ändert, werden wir unseren Protest laut und entschlossen auf die Straße tragen“, betonte Stefan Dietl zum Abschluss der Demonstration.
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